"Sprachkurs" ist eigentlich kein passendes Wort


Es ist der 3. September, Mitternacht - ein Reisebus voll von Leuten, die von Kiel nach Polen fahren. Darunter eine Gruppe von 12 Personen.
Angeblich haben sie gerade einen Sprachkurs gemacht. Angeblich ist in passendes Wort. Wenn man sie fragen würde, was sie in Deutschland gemacht haben, würde man kein Wort wie "Unterricht", "Schule", "Lehrer" hören. Ziemlich ungewöhlich, oder?
Nein, für uns nicht mehr. Während des sogenannten "Kurses zur deutschen Sprache und Landeskunde" haben wir natürlich mehrere Stunden in der Schule verbracht. Man konnte jedoch den Eindruck haben, dass es eine Nebensache war. Nur die Ausflüge durch Schleswig-Holstein, Besuche (unter anderem im Studio des Norddeutschen Rundfunks NDR) und Partys waren wichtig. Einige würden bestimmt fragen: "Was soll das sein? Ein Kurs oder eine Reise?" Die Antwort ist einfach: beides. Das Ziel war natürlich Deutsch lernen. Aber man lernt am meisten durch Gespräche mit Deutschen - wenn du in Deutschland bist, in einer deutschen Familie wohnst und in eine deutsche Schule gehst, musst du einfach früher oder später zu sprechen beginnen. Und das ist der wichtigste Teil des Kurses. Dazu kommt natürlich der Unterricht. Vier Stunden mit deutschen Lehrern plus eine mit der polnischen Betreuerin täglich. Und wenn dein/e "Gastbruder/schwester" mehr Stunden hat, solltest du mit ihm/ihr gehen und beobachten, wie der Unterricht in einer deutschen Schule aussieht. So viel zur Theorie. Eine alte Weisheit sagt aber, dass Praxis nicht viel mit Theorie zu tun haben muss. Fast die Hälfte unseres Aufenthaltes in Kiel gab es gar keinen Unterricht.
Wie ich schon gesagt habe - Ausflüge, Besuche und so weiter" Und der Rest? Na ja, unsere spezielle Stunden" mussten wir irgendwie aushalten [hier hat die Tatsache geholfen, dass die deutschen Lehrer kein einziges Wort auf Polnisch verstehen ;) ], was aber die Stunden mit deutschen Partnern betrifft - niemand hat die Anwesenheit geprüft!
Allgemein war es phantastisch. Und ich glaube, am besten ist das Gefühl, das du auf der Rückfahrt hast - die Genugtuung, dass du es geschafft hast - sich drei Wochen lang nur auf Deutsch unterhalten zu haben, ohne es überhaupt zu bemerken!

Jacek Małyszek – 3c
Jahrgang 2005


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